Neue Tafeln auf dem Haalplatz erzählen jüdische Geschichte
Neue Tafeln auf dem Haalplatz erzählen jüdische Geschichte
Auf dem Haalplatz, gleich in der Nähe des Haalbrunnens, hat sich heute das Bild einer bekannten Stele verändert: Schüler der Berufsfachschule Schreiner im ersten Lehrjahr der Gewerblichen Schule Schwäbisch Hall (GBS) tauschten dort am 16.07.2026 drei neue Informationstafeln zum jüdischen Leben in Schwäbisch Hall aus. Die Stele selbst blieb erhalten – sie war im vergangenen Jahr im Rahmen eines Brückenprojekts zum Stadtjubiläum aufgestellt worden und dient nun einem neuen Zweck. Zusammengestellt wurden die Tafeln im Namen der GBS von Religionslehrer Stefan Hartelt.
Die drei Tafeln geben einen ersten Einblick in unterschiedliche Facetten jüdischer Geschichte und Erinnerungskultur in der Region. Eine Tafel führt zur Abteilung „Jüdisches Leben" im Hällisch-Fränkischen Museum und zu einem dort erhaltenen, europaweit einzigartigen Ensemble jüdischer Raumkunst – wer nicht bis zum nächsten Museumsbesuch warten möchte, kann sich per QR-Code schon vorab auf einen virtuellen Rundgang durch diesen besonderen Raum begeben. Eine weitere Tafel widmet sich den Stolpersteinen in Schwäbisch Hall und den Lebensgeschichten, die sich dahinter verbergen; ergänzt wird sie durch einen eigens für die Tafel erstellten Stadtplan, der die Verlegeorte der Stolpersteine im Stadtgebiet verzeichnet und so zu einem eigenen Spaziergang durch die Stadt einlädt. Die dritte Tafel erzählt von der KZ-Gedenkstätte Hessental, dem ehemaligen Außenlager des KZ Natzweiler, in dem 1944/45 rund 800 Häftlinge Zwangsarbeit leisten mussten – und macht mit einem QR-Code auch den Weg zur Gedenkstätte selbst leicht auffindbar.
Entstanden sind die Tafeln in Zusammenarbeit mit dem Hällisch-Fränkischen Museum, dem Stadt- und Hospitalarchiv sowie der KZ-Gedenkstätte Hessental e.V. - besonders die Kooperation mit der KZ-Gedenkstätte reicht dabei über die Tafeln hinaus: Unter dem Titel GBS SHALOM engagieren sich Schüler:innen der GBS künftig regelmäßig mit ihren beruflichen Fähigkeiten für den Erhalt der Gedenkstätte, etwa bei Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten, während Begegnungsformate wie „Meet a Jew" das Verständnis für jüdisches Leben in der Gegenwart fördern sollen. Ziel des Projekts ist es, berufliche Ausbildung mit historisch-politischer Bildung zu verbinden und so eine gelebte Kultur der Erinnerung und demokratischen Verantwortung zu stärken.
Mit den neuen Tafeln auf dem Haalplatz soll dieser Zugang zur Thematik nun auch mitten im Alltag der Stadt sichtbar werden – für Passant:innen ebenso wie für Interessierte, die gezielt mehr erfahren möchten. Gefördert wird die Maßnahme durch die Baden-Württemberg Stiftung im Rahmen des Förderprogramms „Bildung gegen Antisemitismus".


















