Friedenspreis für zwei Schulen: GBS feiert Friedensspiel
Gleich zwei Haller Schulen aus Schwäbisch Hall werden mit dem Ulli-Thiel-Friedenspreis ausgezeichnet
Die Klasse VABO1 der Gewerblichen Schule Schwäbisch Hall und die 2. Klasse der Grundschule Kreuzäcker wurden am 26. Juni 2026 in Stuttgart für ihre Projekte mit dem Ulli-Thiel-Friedenspreis geehrt. Von mehr als 60 Einsendungen von 28 Schulen wurden dieses Jahr 14 literarische und kreativer Beiträge ausgezeichnet.
Die Klasse 2a überzeugte die Jury mit ihrem selbst gestalteten Buch "Weißt du, was jedes Kind braucht?" Auf jeder Seite dieses Buches drückten sich die Kinder in Wort und Zeichnung aus, was ein Kind zu einem guten Leben und auch zum Überleben benötigt. All diese Bedürfnisse können jedoch nur in einer friedlichen Welt erfüllt werden.
Bei der Preisverleihung kamen die Preisträger:innen selbst zu Wort. Gut vorbereitet und selbstbewusst traten die kleinen Redner vors Mikrofon und stellten anderen Preisträger:innen, der Jury und weiteren Gästen ihr Arbeit vor. Die Rede der Zweitklässler:innen informierte die Zuhörerschaft, in welchem Zusammenhang ihr Buch im Unterricht entstanden ist. Beginnend im Oktober 2025 mit dem Sponsorenlauf der Grundschule Kreuzäcker und Sonnenhofschule "Kinder laufen für Kinder" für UNICEF über das Schmücken des UNICEF-Standes auf dem Schwäbisch Haller Weihnachtsmarkt mit Kinderketten aus Papier. Die Kinder erzählten, dass mit diesem eingenommen Geld Kindern geholfen wird, die in Not sind. Im Unterricht setzten sich die Kinder intensiv mit der Frage auseinander, wann es Kindern denn nicht so gut geht? Nämlich dann, wenn sie etwas nicht haben, was jedoch dringend jedes Kind braucht. Als der achtjährige Roman durchs Mikrofon über sein Heimat Ukraine berichtete, wo noch sein Opa, seine Oma und sein Hund lebt war es still im Saal. Als Max und Henri aufzählten, dass es auch Dinge gibt, die nicht so dringend zum Überleben gebraucht werden, wie beispielsweise Pokemon-Karten, Playstations und Freibäder verwandelte sich die Stimmung im aufgeheizten Saal bei Außentemperaturen von 38 °C in Heiterkeit. Maria beendete die kleine Rede der Kinder mit dem Schlusswort, welches sie auch immer wieder im Unterricht gegenüber ihrer Klassenlehrerin Barbara Weber selbstbewusst, jedoch auf eine sehr rührende Art und Weise äußert: "Frau Weber, du hast großes Glück, dass ich hier bin!"
Die VABO1-Klasse wurde für ein selbst entwickeltes Brettspiel mit dem Titel "Unser Weg zum Frieden – weil du was für ihn tun kannst!" ausgezeichnet. Die Klasse, deren Schüler:innen aus sieben Nationen stammen – Türkei, Ukraine, Bosnien, Serbien, Griechenland, Rumänien und Sri Lanka –, entwarf mit ihrem Religionslehrer Stefan Hartelt über Wochen hinweg gemeinsam ein Spiel, bei dem nicht gegen-, sondern miteinander gespielt wird. Auf dem selbst gestalteten Spielbrett hielten die Jugendlichen künstlerisch fest, wo Frieden im Alltag beginnt: im Bus, im Café, auf der Straße oder in der Schule. Gemeinsam mit den schuleigenen Werkstätten entstanden dazu Friedenswürfel aus Holz und Friedenstaube-Spielfiguren aus dem 3D-Drucker.
Bei der Preisverleihung in Stuttgart stellte die Klasse ihr Projekt auch selbst vor. Diana bedankte sich am Mikrofon für die Auszeichnung und Pavle und Dorina berichteten von der gemeinsamen Arbeit am Spiel: Wie wichtig Teamarbeit, Geduld und Zuhören dabei gewesen seien, und dass gerade das Miteinander statt Gegeneinander den Kern des Spielprinzips bilde. Auf der Spielschachtel finden sich zudem persönliche Friedens-Statements der Klasse, die dann vor Ort zum Teil ausdrücklich zitiert wurden – etwa der Gedanke, dass Gewalt nie eine Lösung sei, weil am Ende beide Seiten darunter litten, oder Nevenas Traum von einer Welt, in der Menschen einander respektieren und Konflikte ohne Gewalt lösen.
Die Rückfahrt von Stuttgart nach Schwäbisch Hall traten die Klassen dann zusammen im Reisebus an – ein schöner Ausklang eines gemeinsamen Tages zweier Preisträgerklassen.
So unterschiedlich sich die Preisträger:innen bei der Preisverleihung zeigten und sich ihre kreativen Werke voneinander unterschieden, gab es jedoch eine große Übereinstimmung, was alle Kinder und Jugendliche miteinander verbindet: Den sehnlichen Wunsch nach Frieden.
Knapp zwei Wochen später kam es zu einer Begegnung der beiden Haller Preisträgerklassen in der Stadtmitte. Gemeinsam feierten sie nochmals ihre Auszeichnung beim Eisessen. In gewisser Weise beherzigten sie damit schon die Schlussworte von Sonnhild Thiel, der Witwe des Namensgebers des Preises, die am Ende der Preisverleihung aufforderte: "Eure Projekte sind kleine Schritte in Richtung Frieden: Geht weiter. Geht weiter!"


















